Palliative Care Level II 2027

„Noch bist du da – Wirf deine Angst in die Luft. Bald ist deine Zeit um, bald wächst der Himmel unter dem Gras, fallen deine Träume ins Nirgends“                                                                                                                                                                                                                                – Rose Ausländer –

Abschied, Trauer und Neubeginn
In den vielfältigen Kontexten der Palliativversorgung, in denen die Mitarbeitende intensiv  Menschen in Krisensituationen begleiten, wird die Auseinandersetzung mit menschlichen Verlusterfahrungen zu-nehmend differenziert und vertieft. Die Palliativversorgung ist ein Bereich, der sich intensiv mit den Phänomenen von Abschied, Trauer und Neubeginn beschäftigt. Dieses Interesse ist nicht verwunderlich, da die Mitarbeitenden täglich mit umfassenden Veränderungsprozessen und schicksalhaften Brüchen im Lebenslauf schwerkranker Menschen konfrontiert sind. Die Auseinandersetzung mit Abschied, Trauer und Neubeginn in der Palliativversorgung spielt eine zentrale Rolle. Die Integration hypnosystemischer Ansätze in die Trauerbegleitung ermöglicht es den Mitarbeitenden, sowohl sich selbst als auch die Trauernden umfassend zu unterstützen. Durch die gezielte Förderung professioneller Dialoge und die Entwicklung von Unterstützungsmöglichkeiten kann eine wertvolle Grundlage für die Begleitung in schwierigen Lebenssituationen geschaffen werden.

Zum Verhältnis von Notfallmedizin und Palliativversorgung
Die Notfallmedizin und die Palliativmedizin sind zwei grundlegende Bereiche der medizinischen Versorgung, die sich in ihren Zielen, Vorgehensweisen und der Art der Betreuung stark unter-scheiden. Beide Fachrichtungen der Medizin folgen einem Ordnungsprinzip das einen grundsätzlichen Schnitt durch die  Welt zieht. Diesen Zusammenstoß der beide Fachrichtungen spüren die Mitarbeit-enden am eigenen Leib oder in den eigenen Hirnwindungen in der Auseinandersetzung zwischen Therapieeskalation, Therapielimitation und rechtlicher Sicherheit. Während das Paradigma der Notfallmedizin die Konzentration auf die sofortige Rettung von Leben und die Behandlung akuter Gesundheitskrisen ist, hat die Palliativversorgung das Ziel, dem Patienten eine gute Lebensqualität trotz der Schwere der Erkrankung zu ermöglichen. Der Fokus des interdisziplinären Teams in der Notfall-medizin liegt auf der schnellen Diagnostik und kurzfristigen Intervention bei lebensbedrohlichen Zuständen. Diese Interventionen dauern in der Regel nur so lange, bis der Patient stabilisiert ist und an eine entsprechende Fachabteilung des Krankenhauses übergeben wird.

Johanniter-Sternstunden
Das Projekt „Johanniter-Sternstunden“ wurde durch eine enge Vernetzung in Emmerich ins Leben gerufen und erhält Unterstützung vom St. Willibrord-Spital. Initiator ist der ehemalige Chefarzt Prof. Dr. Joachim van Alst, der auch ehrenamtlich für die Johanniter tätig ist. Ziel des Projekts ist es, schwerst-kranken Menschen in den letzten Lebensmonaten Herzenswünsche zu erfüllen – sei es ein Besuch im Zoo, ein Eis an der Rheinpromenade oder ein Kurztrip an einen Lieblingsort. Je nach Bedarf kommen ehrenamtliche Betreuer, Pflegekräfte oder Ärzte des St. Willibrord-Spitals zum Einsatz.

Seltene onkologische Erkrankungen in der Palliativversorgung
Seltene onkologische Erkrankungen stellen eine bedeutende Herausforderung für Patienten, Ärzte und das Gesundheitswesen dar. Trotz der Schwierigkeiten in der Diagnose und Therapie gibt es ermutigende Entwicklungen in der Forschung, die darauf abzielen, die Lebensqualität und die Überlebenschancen der Betroffenen zu verbessern. Ein interdisziplinärer Ansatz, der genetische, klinische und therapeutische Aspekte berücksichtigt, ist entscheidend, um die bestmögliche Versorgung für Patienten mit seltenen Krebserkrankungen zu gewährleisten.

Ziele und Inhalte
Ziele
  • Die Teilnehmenden reflektieren in der Auseinandersetzung mit Abschied, Trauer und Neubeginn in der Palliativversorgung ihre zentralen Rolle, sie lernen basale integrative hypnosystemische Ansätze in die Trauerbegleitung kennen und können diese zur Unterstützung Trauernder anwenden, sie können professionelle Dialoge gezielt fördern und die Entwicklung von Unterstützungsmöglichkeiten als eine wertvolle Grundlage für die Begleitung in schwierigen Lebenssituationen für den Praxistransfer schaffen.
  • Die Teilnehmenden erlangen detailliertes Wissen über die Unterschiede und Hauptaufgaben der Notfallmedizin im Kontext der Palliativversorgung, sie setzten sich mit dem Ordnungsprinzip und der rechtlichen Reichweite der Notfallmedizin auseinander, anhand von mitgebrachten konkreten Fällen tragen sie vorhandenes Wissen zusammen, verbinden dieses mit Neuem, festigen und konsolidieren es für den Praxistransfer.
  • Die Teilnehmenden erlagen Kenntnisse zum Projekt „Johanniter-Sternstunden“ der Adressat-en und übergeordneten Ziele, sie setzten sich mit den sinnstiftenden Herzenswünschen  von schwerstkranken Menschen in der letzten Lebensphase auseinander, sie erfahren, dass durch die Erfüllung individueller Herzenswünsche eine verbesserte Lebensqualität und ein würdevolles Abschiednehmen ermöglicht werden kann.
  • Die Teilnehmenden erlangen Kenntnisse zu den Merkmalen seltener onkologischer Erkrankungen, sie setzten sich mit den therapeutischen Herausforderungen für Patienten, Ärzte und das Gesundheitssystem im Kontext der Palliativversorgung auseinander und können zielgerichtet Informationen der Deutsche Krebshilfe als Ressourcen in der Betreuung der Patienten und deren An- und Zugehörigen nutzen.
Inhalte
  • Fallarbeit zu den Grundlagen der hypnosystemischen Trauerbegleitung im Kontext der Palliativversorgung
  • Fallarbeit zu der Reichweite und Bedeutungsdimensionen der Notfallmedizin im Kontext der Palliativversorgung
  • Fallarbeit: Das Projekt „Sternstunden“
  • Fallarbeit zu seltenen onkologische Erkrankungen in der Palliativversorgung
Zielgruppe

Absolventen der multiprofessionellen Weiterbildung Palliative Care

Qualitätssicherung

Gemäß der gesetzlichen Grundlagen nach §39a, §132d ff., §132 g, §37b Abs. 1 und 2 SGB V wird die Qualitätssicherung durch jährliche Fortbildungsveranstaltungen für die Absolventen*innen der multi-professionellen Weiterbildung Palliative Care durch die Palliativakademie Rheinland sichergestellt.

Termine

10.05. – 12.05.2027

oder

23.08. – 25.08.2027

oder

04.10. – 06.10.2027

immer von 9:00 bis 17:00 Uhr (28 Stunden)

Kursgebühr

535 Euro

Die Abmeldung muss uns bis spätestens 4 Wochen vor Beginn der Veranstaltung in schriftlicher Form vorliegen. Bei Rücktritt zu einem späteren Zeitpunkt müssen wir die volle Kursgebühr berechnen.

Kursleitung

Ute Pelzer
zertifizierte Kursleitung „Palliative Care“ (DGP)
System- und Familientherapeutin (DGSF)
Supervisorin (DGSF)

Informationen und Anmeldung

Johanna Hurdalek
Tel: 02151/5897-59/-0
hurdalek@drk-schwesternschaft-kr.de

Melden Sie sich bitte schriftlich für Fort- und Weiterbildungen an. Laden Sie das PDF herunter, drucken Sie es aus und schicken Sie es ausgefüllt per Post oder Fax an uns.

Ort

DRK-Schwesternschaft Krefeld e.V.
Jakob-Lintzen-Str. 3
47807 Krefeld
Tel: 02151/5897-58/-0