Palliative Care Level II 2020

Palliative Care Level II

„Hör mir zu“, flüsterte, schäumte, rauschte das Wasser, „wie ich zische und knistere, hell und dumpf, leise gurgelnd und laut und satt. Ich bin so Viele, doch du kannst nur Eines sehen. Ich singe eine ganze Oper, doch du hörst nur eine Stimme. Ich ändere mich in jeder Sekunde und bin doch immer gleich. Ich gebe mich immer wieder auf, um mich immer auch gleich wieder zu finden. Sieh mich an, flüsterte, schäumte, rauschte das Wasser, ich bin wie du“                                                                                                                                                                                                                                                   – Lamprecht et al. –
Theorie U: Mit neuer Autorität führen
Der blinde Fleck
ist der Quellort unserer Aufmerksamkeit in uns bzw. um uns. Dass dieser Fleck blind ist, liegt daran, dass er sich gegenläufig zu unserer normalen Aufmerksamkeitsrichtung verhält. Der blinde Fleck, um den es hier geht, weist auf einen fundamentalen Aspekt u.a. für die Palliativversorgung hin. Während unserer täglichen Arbeit oder unserer täglichen sozialen Interaktion sind wir uns normalerweise sehr bewusst, was wir und was andere tun; wir verstehen auch die Vorgehensweisen, mittels deren wir und andere handeln. Wenn wir jedoch gefragt werden würden: „Was ist eigentlich der Quellpunkt, von dem wir aus tätig werden?“, so wären die meisten von uns nicht in der Lage, eine Antwort zu geben. Wir können die Quelle, von der aus wir aufmerksam sind und wirksam werden nicht sehen; sind uns des Ausgangspunktes unserer Aufmerksamkeit nicht bewusst. Es ist dieser blinde Fleck, der den Unterschied macht
zwischen einer Meisterleistung und einem durchschnittlichen Ergebnis. Vor 2300 Jahren beschrieb Aristoteles den Unterschied zwischen dem „Was-Wissen“ und dem praktischen „Wie-Wissen“ auf der einen Seite und den „Inneren-Wissen“ erster Prinzipien und Quellorte der Aufmerksamkeit und der Weisheit auf der anderen Seite. Genau auf diesen Unterschied kommt es an.

M. Ericsson: Hypnotalk
Hypnotalk ist ein Werkzeug für das psychische Krisenmanagement in der Palliativversorgung.
Palliativpatienten sind schwersterkrankte Menschen, die nur noch über begrenzte körperliche und u.a. psychische Ressourcen verfügen. Bei ihnen ist eine klassische, langfristige Psychotherapie nur äußerst selten möglich. Dem gegenüber kann eine sinnvolle seelische Unterstützung in einer konkreten Situation im Rahmen von Entspannungsinterventionen in besonders schwierigen Situationen bestehen. Bei solchen Kurzinterventionen ist es relativ rasch möglich, den Betroffenen bei der Mobilisierung und Nutzung ihrer seelischen und geistigen
Fähigkeiten Hilfestellung zu geben, sodass sie mit ihrer Situation besser zurechtkommen können. Diese Hilfestellungen sind insbesondere auch durch Pflegekräfte und andere nicht ärztliche Fachkräfte in der Palliativversorgung vermittelbar.

Komplementäre medizinische Therapie in der Palliativversorgung: Ayurveda
Der Ayurveda ist eine komplexe, leicht verständliche Heilkunde auf der Basis einer ganzheitlichen und universellen Philosophie. Die einzelnen Wissenszweige beruhen auf einigen grundlegenden Aspekten der Wahrnehmung und Betrachtung des Menschen als individuelle Einheit von Körper, Seele und Geist. Im Ayurveda geht man davon aus, dass der Körper nicht nur aus den „grobstofflichen“ und sichtbaren Zellen und Körpergeweben besteht, sondern auch aus
„feinstofflichen“, energetischen, nicht sichtbaren Energiezentren, Energiebahnen oder Energiekörpern. Diese bestimmen unseren Energiehaushalt und sind Ausgangspunkt für die meisten Behandlungsformen des Ayurveda.

Inhalte

Grundkenntnisse und Übungen zur Theorie U, Presencing als soziale Technik in der Palliativversorgung.
Grundkenntnisse und Übungen zum Hypnotalk nach M- Ericsson. Grundkenntnisse und Anwendungsmöglichkeiten der Ayurveda bei komplexen Symptomen in der Palliativversorgung.

Ziele

Die Teilnehmenden setzen sich mit den unterschiedlichen Erscheinungsformen des blinden Flecks auseinander, im Kontext der neuen Autorität reflektieren sie, wie Präsenz durch eine Form von Anwesenheit und Dasein zu verwirklichen ist. Sie beschäftigen sich mit den Grundkenntnissen des Milton Modells des Hypnotalks
und den ersten Schritten und Übungen für eine Integration dieser Möglichkeiten in ihren Berufsalltag. Die Teilnehmenden setzten sich mit den Inhalten der Ayurveda auseinander und erlernen erweitertes Basiswissen und einen kompetenteren Umgang mit den Möglichkeiten der Ayurveda, um die Qualität der Palliativversorgung zu verbessern und die therapeutische Beziehung in den schwierigen und ausweglos erscheinenden Krankheitssituationen vertrauensvoll zu stärken.

Qualitätsicherung

Gemäß den gesetzlichen Grundlagen §39a, §132dff gemäß §37b Abs. 1 und Abs.2, SGB V wird die Qualitätssicherung durch jährliche Fortbildungsveranstaltungen für die Absolventen der Weiterbildung Palliative Care durch die Palliativakademie Rheinland sichergestellt.

Zielgruppe

Absolventen der Weiterbildung Palliative Care

Termine

08.06. – 10.06.2020 (28 Stunden)
oder
12.08. – 14.08.2020 (28 Stunden)
oder
15.09. – 17.09.2020 (28 Stunden)

Kursgebühr

395,00 EUR

Rückfragen und Anmeldung

Regina Nöbel
DRK-Schwesternschaft Krefeld e.V.
Hohenzollernstr. 91
47799 Krefeld
Tel: 02151/5897-58
noebel@drk-schwesternschaft-kr.de

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