Palliative Care Level II

Palliative Care Level II

Ihr habt den Gang der Gestirne bis ins letzte erforscht, als eine Generation von Helden des Laboratoriums, aber ihr kennt die Gestirne nicht mehr. Es ist nur noch ein Kapitel in euren Büchern, aber es ist für euch nicht mehr ein Licht, denn ihr wisst weniger von ihm als ein kleines Kind.                                                                                                                                                                                                                                      – Antoine de Saint-Exupery –

Die systemische Heldenreise
Die Funktion des Helden in einer Geschichte besteht nicht nur darin, sich Gefahren zu stellen, ein Ziel zu erreichen, sondern vor allem in seiner persönlichen Weiterentwicklung. Er ist nicht auf sich
selbst gestellt, sondern findet zahlreiche Unterstützung durch das multiprofessionelle Team. In der Palliativversorgung übernimmt neben den professionell Tätigen auch der Schwerstkranke selbst die Rolle des Helden. Bei allem, was die professionellen Helfer tun, setzen sie sich dabei mit unterschiedlichen Herausforderungen und Schwierigkeiten ihres Inneren Teams auseinandersetzen.

Sexualität in der Palliativversorgung
Sexualität und schwersterkrankt“ zwei Begriffe, die sich für viele Menschen ausschließen. Wer jedoch in der Palliativversorgung mitarbeitet weiß, dass der Wunsch nach Sexualität, intimer Nähe,
körperlicher Partnerschaft präsent bleibt – vielleicht unterdrückt, in geheimen Wünschen verborgen. Im Umgang mit diesem Begleitungsthema gibt es Unsicherheiten: oft wissen die betroffenen Menschen nicht, wie sie ihre sexuellen Gefühle, Wünsche und Realitäten äußern und leben sollen. Für die Mitarbeitenden in der Palliativversorgung bleibt Sexualität oft bloß ein befremdlicher Begriff – es fehlen Informationen, Vorbilder und vor allem fachlicher Austausch.

Palliative Sedierungstherapie und freiwilliger Verzicht auf Nahrung und FlüssigkeitDie palliative
Sedierungstherapie bei sterbenden Menschen ist eine Form der Symptomkontrolle durch die Verabreichung schlafanstoßender Medikamente. Sie kann in Extremsituationen unerträgliches Leiden am Lebensende eines schwer kranken, sterbenden Menschen Erleichterung schaffen. Eine schon seit Antike praktizierte natürliche Form des Sterbens ist der freiwillige Verzicht auf Nahrung und Flüssigkeit, das „Sterbefasten“. Die Begleitung des selbstbestimmten Sterbeprozesses beinhaltet eine gelungene Kommunikation mit dem Sterbenden und seinen An- und
Zugehörigen und die konstruktive Auseinandersetzung mit widersprüchlichen Gedanken und Gefühlen der An- und Zugehörigen und den Begleitenden

Inhalte

Die Heldenreise als Struktur- und Phasenmodell von Beratung und Begleitung in der Palliativversorgung im Kontext der Auseinandersetzung mit dem Inneren Team, Fallarbeit anhand von komplexen Situationen aus der Praxis Grundlagen und Fallarbeit zur Beratung und Begleitung des Betroffenen und An- und Zugehörigen zum Umgang mit Sexualität in der Palliativversorgung. Grundlagen, verschiedenen Aspekte und Fallarbeit zur palliativen Sedierungstherapie und dem freiwilligen Verzicht auf Nahrung und Flüssigkeit in der Palliativversorgung.

Ziele

Die Teilnehmenden setzen sich auf der Basis des Strukturschemas der Heldenreise mit dem Inneren Team auseinander, wissen, dass innere Teamkonflikte und inneres Konfliktmanagement der Helden Folgen für den Kontakt und die Kommunikation haben, sie reflektieren die Persönlichkeitsentwicklung und verstehen die Eingebundenheit der Situation in einen systemischen Kontext.
Die Teilnehmenden setzen sich mit den Einflüssen der lebensbegrenzenden Erkrankung auf die gelebte Sexualität auseinander, sie reflektieren institutionelle Wirklichkeiten im Umgang mit dem Thema Sexualität bei schwerstkranken und sterbenden Menschen, sie erlernen Gütekriterien einer respektvollen, professionellen Sexualitätsbegleitung von schwerstkranken und sterbenden Menschen im institutionellen Alltag der ambulanten und stationären Hilfen.
Die Teilnehmende lernen zentrale medikamentöse Interventionen in der palliativen Sedierungstherapie kennen, kennen die Pharmakodynamik und Pharmakokinetik und können in Beziehung setzen, sie setzen sich mit den relevanten Einzelheiten und bedeutsamen Aspekten des freiwilligen Verzichts auf Nahrung und Flüssigkeit in der Palliativversorgung auseinander, sie reflektieren ihre eigene Ambivalenz und die der An- und Zugehörigen im Umgang mit der Entscheidung des Sterbenden, sie lernen angemessenen Interventionen zur Linderung des Leidens der Betroffenen und deren An- und Zugehörige kennen und können diese situationsgerecht und adäquat anbieten.

Qualitätsicherung

Gemäß den gesetzlichen Grundlagen §39a, §132dff gemäß §37b Abs. 1 und Abs.2, SGB V wird die Qualitätssicherung durch jährliche Fortbildungsveranstaltungen für die Absolventen der Weiterbildung Palliative Care durch die DRK-Schwesternschaft Krefeld e.V. sichergestellt.

Zielgruppe

Absolventen der Weiterbildung Palliative Care

Termine

12.06. – 14.06.2019 (28 Stunden)
oder
28.08. – 30.08.2019 (28 Stunden)
oder
02.09. – 04.09.2019 (28 Stunden)

Kursgebühr

360,00 EUR

Rückfragen und Anmeldung

Regina Nöbel
DRK-Schwesternschaft Krefeld e.V.
Hohenzollernstr. 91
47799 Krefeld
Tel: 02151/5897-58
noebel@drk-schwesternschaft-kr.de

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