Fortbildung Palliative Care Level II 2018

Die Hoffnung ist der Regenbogen über den herabstürzenden jähen Bach des Lebens, hundertmal vom Gischt verschlungen und sich immer von neuem zusammensetzend, und mit zarter schöner Kühnheit ihn überspringend, dort wo er am wildesten und gefährlichsten braust.

– Friedrich-Wilhelm Nietzsche

Das Wesentliche sehen: Arbeiten mit Metaphern in der Palliativversorgung

Metaphern werden oft ohne, dass dieses uns bewusst ist, alltäglich verwendet, Anhand dieser impliziten Verwendung von Metaphern kann man sogar unterschiedliche Personengruppen unterscheiden, weil sie zu unterschiedlichen Formen von Sprachbildern neigen, zum Beispiel “bei Licht besehen- visuell“, „den richtigen Riecher für etwas haben – olfaktorisch“, „einen Warnschuss abgeben – militärisch“ und anderes mehr.

Metaphern kann man in verschiedenster Weise in der Palliativversorgung nutzen. Bildhafte Formulierungen oder auch ganze Erzählungen können von einer impliziten auf eine explizite Reflexionsebene gebracht werden. Somit kann der Sprachgebrauch des Gegenübers verstärkt, abgeschwächt oder verstört werden.

Sprache erschließt auch die Möglichkeit zwischen assoziierten und dissoziierten Schilderungen zu wechseln, um an der Sprache des Gegenübers anzuknüpfen, ihn gezielt zu anderen Bilderwelten zu führen oder Trancezustände zu erzeugen. Durch den Perspektivenwechsel kann der Schwersterkrankte und/oder seine An- und Zugehörigen im Umgang mit Hoffnung und Verzweiflung, der Angst und dem Leid, den Schmerzen, der Trauer und Resignation, andere Erfahrungen machen und an Lebensqualität gewinnen.

Polypharmazie in der palliativen Schmerztherapie und Symptomlinderung

Schmerz ist ein sehr belastendes, tief unangenehmes Phänomen, das häufig durch viele unterschiedliche Einflüsse eine Dimension erreicht, die die Lebensqualität drastisch reduziert und für viele Menschen kaum noch zu ertragen ist. Eine sinnvolle Anwendung verschiedener Schmerztherapieverfahren im Sinne einer ganzheitlichen Therapie (konventionelle und nichtmedikamentösen Methoden), ist in den meisten Fällen mit chronischen Schmerzen ange-bracht und findet umso mehr Anwendung, je fortgeschrittener die Chronifizierung in der palliativen Situation bereits ist. Dieses muss im Rahmen der gesamten Medikation des Betroffenen bewerten. Relevante Funktionen sind deshalb die Koordination aller am Versorgungsgeschehen Beteiligter.

Offenkundig ist, dass multimorbide Patienten mit einer hohen Zahl an Arzneimitteln einer besonderen Aufmerksamkeit bedürfen. Es muss regelmäßig überprüft werden, ob alle Arzneimittel in der palliativen Situation gleichermaßen notwendig bzw. ob medikationsbezogene Probleme aufgetreten sind.

Zur individuellen Bewertung der Therapie ist ein strukturiertes Vorgehen notwendig. Eine Veränderung der Therapie erfordert eine umfangreiche beratende Tätigkeit und eine sorgfältige Therapieabsprache (shared decision making / partizipative Entscheidungsfindung) mit dem Betroffenen.

Bei dem Einsatz nichtmedikamentösen Schmerztherapieverfahren ist eine Steigerung des physischen und emotionalen Wohlbefindens häufig feststellbar. Es werden damit einerseits körpereigene Vorgänge aktiviert, andererseits wird die körpereigene Schmerzhemmung stimuliert. Die Betroffenen lernen, selbst etwas gegen ihre Schmerzen zu unternehmen, sie bauen damit ihre Kompetenzüberzeugung auf und gewinnen an Vertrauen unter anderem auch in die medizinische Therapie, schöpfen Hoffnung für die Linderung der Symptome in ihrer palliativen Situation.

Psychiatrie in der Palliativmedizin: Die Behandlung psychiatrischer und psychosomatischer Probleme am Lebensende

Widerfahrnisse, wie eine lebensverkürzende Erkrankungen bedrohen unser Mensch-Sein und unsere Idee von uns selbst. Das Sein kann durch die Krankheit zermürbt und zerfressen werden. Das Leiden daran ist das Symptom dieser Verletzung. Dieses Leiden, infiltriert in physische, psychologische, soziale, spirituelle und philosophische Dimensionen unserer Existenz.

Eine Vielzahl der belastenden Symptome, unter denen die Patienten am Lebensende leiden, sind nicht ausschließlich körperlicher Natur. Einige sind primär psychologisch oder psychiatrisch und wiederum andere sind psychosomatisch oder somatopsychisch.

Die Inhalte einer adäquaten Anamnese der psychischen Verfassung eines sterbenden Patienten richten sich danach, was für den Patienten und das Palliativteam als Symptomlast deutlich wird. Häufig vorkommende psychische Symptome bei Sterbenden sind: Delir, Angst, Depression und kognitive Störungen. Die Psychopharmakologie in all ihren Facetten ist dabei ein Werkzeug zur Linderung des Leidens.

Termine

11. - 13. Juni 2018
Fortbildung

Palliativ Care

Teil 2 (28 Stunden)
27. - 29. August 2018
Fortbildung

Palliativ Care

Teil 2 (28 Stunden)
04. - 06. September 2018
Fortbildung

Palliativ Care

Teil 2 (28 Stunden)

Weitere Informationen

Ziele

Die Teilnehmenden erarbeiten ein Grundverständnis für den Aufbau und die Funktion von Metaphern, sie setzen sich mit den Grundprinzipien und -techniken der Arbeit mit Metaphern auseinander, lernen Methoden zur Arbeit mit Metaphern kennen und können diese in die berufliche Situation der Palliativversorgung transferieren, wertschätzen im Miteinander die humorvollen Aspekte der Arbeit mit Metaphern und können diese als Ressource zur Stärkung ihrer Resilienz erkennen.

Die Teilnehmenden setzen sich mit den medikationsbezogenen Problemen der Polypharmazie bei multimorbiden Patienten in der Palliativversorgung auseinander, vertiefen ihr Wissen in der Pharmakokinethik und -dynamik unterschiedlicher Schmerztherapieverfahren, können ihr erweitertes Wissen in die unterschiedlichen Praxisfeldern transferieren, anhand von Kasuistik aus der Praxis erweitern und festigen sie ihre fachliche, methodische und sozialkommunikative Kompetenz.

Die Teilnehmenden haben einen Überblick über verschiedene Interventionen einschließlich Psychoedukation, Beratung der Patienten und ihren An- und Zugehörigen, sie setzten sich mit der psychopharmakologischen Medikation von depressiven und ängstlichen Störungen, Delir und Versiertheit auseinander und kennen die korrekte Indikationsstellung.

Zielgruppe: Absolventen der Weiterbildung Palliative Care

Inhalte
  • Grundlagen und Fallarbeit zur Arbeit mit Metaphern in der Palliativversorgung.
  • Grundlagen und Fallarbeit zu Polypharmazie und möglicher Interventionen in der palliativen Schmerztherapie und Symptomlinderung.
  • Grundlagen und Fallarbeit zur speziellen Symptomatologie, Psychoedukation und Psychopharmakologie in der Palliativversorgung.
Qualitätssicherung

Gemäß der gesetzlichen Grundlagen §39a, §132dff gemäß §37b Abs. 1 und Abs.2, SGB V wird die Qualitätssicherung durch jährliche Fortbildungsveranstaltungen für die Absolventen der Weiterbildung Palliative Care durch die DRK-Schwesternschaft Krefeld e.V. sichergestellt.

Rückfragen

Rückfragen an:
Regina Nöbel DRK-Schwesternschaft Krefeld e.V.
Hohenzollernstr. 91
47799 Krefeld
Tel: 02151/5897-58
noebel@drk-schwesternschaft-kr.de